"Der keramische Koksbrand verbindet handwerkliche Präzision mit bewusster Offenheit für das Unvorhersehbare. Er fordert Präsenz, Erfahrung und Vertrauen. Darum liebe ich diese Technik. " Gudrun Greif
Ich liebe den keramischen Koksbrand
Der Koksbrand ist mehr als eine Brenntechnik – er ist ein intensiver Dialog zwischen Form, Material und Feuer. Für jede Skulptur entsteht ein eigener, temporärer Ofen aus Schamottsteinen, der sie umhüllt und schützt, während der Koks seine rohe, kraftvolle Energie entfaltet. In dieser unmittelbaren Nähe wirken Hitze, Rauch und reduzierende Atmosphäre direkt auf den Ton ein.
Was dabei entsteht, ist niemals reproduzierbar: Jede Oberfläche erzählt ihre eigene Geschichte, gezeichnet von Zufall, Spannung und Transformation. Der Koksbrand verbindet handwerkliche Präzision mit bewusster Offenheit für das Unvorhersehbare. Er fordert Präsenz, Erfahrung und Vertrauen – und schenkt dafür einzigartige, lebendige Ergebnisse.
Diese Technik richtet sich an Menschen, die das Ursprüngliche suchen, die bereit sind, Kontrolle loszulassen und dem Feuer Raum zu geben. Der Koksbrand macht sichtbar, was im Material angelegt ist – kraftvoll, archaisch und zutiefst authentisch.
Keramischer Koksbrand

Was ist keramischer Koksbrand?
Der Koksbrand ist eine traditionelle, handwerkliche Brenntechnik in der Keramik, bei der um jedes einzelne Objekt ein eigener Ofen aufgebaut wird.
Zwischen der keramischen Skulptur und der Innenwand dieses Ofens wird Koks als direkte Brennsubstanz eingesetzt. Dieser Ofen wird dann entzündet und führt den Brand durch, bis Temperaturen erreicht werden, bei denen der Ton sich verfestigt und die chemischen Umwandlungen des Brennvorgangs stattfinden.

Aufbau des Ofens
Der Ofen wird individuell um jedes Objekt herum gebaut. Es handelt sich nicht um einen vorgefertigten Ofenkörper, sondern um eine temporäre Struktur, die speziell an das einzelne keramische Werk angepasst wird.
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Zur Ofenkonstruktion werden meist feuerfeste Materialien, insbesondere Schamottsteine, verwendet. Diese bilden die Hülle des Ofens.
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Der Zwischenraum zwischen Objekt und Ofenwand wird mit Koks gefüllt, was gleichzeitig als Brennstoff dient und die Hitze direkt auf das Werk einwirkt.
Das Objekt geht wortwörtlich durchs Feuer und glüht.

Brennverlauf:
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Der Brand dauert typischerweise mehrere Stunden (etwa 8-16 Stunden).
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Die Temperatur kann bis ca. 1100–1300 °C steigen – abhängig vom Aufbau und Luftzufuhr.
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Durch das Abbrennen des Koks entsteht eine intensive Hitze, die die gebrannten keramischen Prozesse in Gang setzt.
Die Keramik reagiert auf die spezielle Atmosphäre und den direkten Feuerkontakt oft mit unvorhersehbaren, gestalterisch interessanten Ergebnissen, da Ascheentwicklung, Flammenkontakt und Reduktion individuelle Effekte erzeugen.
Was macht den keramischen Koksbrand so besonders?

Individuelle Ofen- und Brandgestaltung
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Im Gegensatz zu standardisierten keramischen Brennöfen (Gas, Elektro) ist der Koksbrand maßgeschneidert für jedes Objekt.
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Jede Skulptur erhält quasi einen eigenen Ofen.

Direkter Feuerkontakt / offener Brennprozess
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Der Brennstoff (Koks) sitzt direkt zwischen Schamottwand und Keramik, was einen sehr unmittelbaren und intensiven Brenneinfluss bewirkt.
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Dieser direkte Kontakt kann zu außerordentlichen Farb- und Oberflächeneffekten führen, mit individuell geprägter Oberfläche und Farbgebung

Offene Arbeitsweise
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Der Prozess findet oft im Freien statt, wo Künstlerinnen und Künstler gemeinsam Brennstellen planen, aufbauen und durchführen.
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Der Umgang mit Feuer, Hitze und offenen Flammen macht den Koksbrand zu einer handwerklich intensiven, physischen Erfahrung, die zugleich kreative Zufälle zulässt.
Keramische Koksbrand ist sehr spezialisiert und es gibt international nur 4 Anbieter, die sich mit dieser alten Technik noch auskennen. Daher liegt es mir sehr am Herzen diese Methode weiter leben zu lassen.
